Das Schweigen brechen:
Die Kampagne »Stop FGM in Kurdistan«
Weibliche Genitalverstümmelung gilt in internationalen Abkommen als gravierende Menschenrechtsverletzung und schwere Form von Gewalt an Frauen und Kindern. Seit Jahrzehnten bekämpfen internationale und lokale Organisationen diese Praxis in den verschiedensten Ländern Afrikas und neuerdings auch in Europa.
Im Irak dagegen, wie auch in anderen Ländern des Nahen Ostens, wird über FGM noch immer geschwiegen, sowohl von offizieller staatlicher Seite als auch von Seiten der UN-Organisationen.
Doch die Frauen in Irakisch-Kurdistan haben dieses Schweigen nun gebrochen. Im Jahre 2005 erschienen Berichte, dass in manchen Gegenden des Nordirak fast 60% der Frauen verstümmelt seien. Ärzte und Menschenrechtler berichteten von ähnlichen Raten in anderen Gegenden des kurdischen Nordiraks.
Daher entschlossen sich einige Frauen- und Menschenrechtsorganisationen, unterstützt von der deutschen Hilfsorganisation WADI, in der Region eine Kampagne gegen Genitalverstümmelung ins Leben zu rufen.
Umfassende Ächtung der Genitalverstümmelung
»Stop FGM in Kurdistan« ist das Ergebnis einer breiten öffentlichen Debatte über FGM. Die Kampagne wurde von verschiedenen lokalen und internationalen Organisationen initiiert und unterstützt. Ihr Ziel ist die umfassende Ächtung der Genitalverstümmelung.
Aus Anlass des Internationalen Frauentages im März 2007 veröffentlichte die Kampagne »Stop FGM in Kurdistan« in lokalen Zeitungen eine Petition an das kurdische Regionalparlament. Darin wurde ein gesetzliches Verbot der Genitalverstümmelung gefordert. Diese Petition wurde in nur wenigen Tagen von mehr als 14.000 Menschen unterzeichnet, darunter prominente Journalisten, Künstler und Schriftsteller.
Gesetzentwurf gegen FGM liegt dem Parlament vor
Aufgrund der großen öffentlichen Resonanz wurde im April 2007 eine Expertenkonferenz mit Ärzten, Richtern sowie Frauen- und Menschenrechtsaktivisten einberufen, um einen Gesetzentwurf zum Verbot von FGM auszuarbeiten. Dieser Gesetzentwurf wurde ins Regionalparlament eingebracht und es kann damit gerechnet werden, dass er bald verabschiedet wird.
Jede Spende hilft
Um das Erreichte dauerhaft zu sichern und weitere Fortschritte zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung: Jede Spende wird dringend benötigt. Die Lage ist weiterhin dramatisch. So beträgt nach ersten Befragungen die Verstümmelungsrate in der Region Raniya fast 95% und Berichte deuten darauf hin, dass FGM auch in den kurdischen Gebieten des Irans weit verbreitet ist.



